Autismus früh naturheilkundlich behandeln

Bei einer Autismus-Spektrum-Störung behandle ich Entzündungen des Darms und Gehirns, toxische Belastungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten und Kasein

Nach der Diagnose stehen bestimmte therapeutische Maßnahmen im Vordergrund. Sie selber beschäftigen sich sicherlich mit vielen anliegenden Fragen wie der Beschulung und dem weiteren Lebensweg ihres Kindes .

Ich möchte Ihnen hier noch einen weiteren Aspekt aufzeigen, der hilfreich sein könnte. Vor allem je jünger das Kind ist.

In der Mikronährstofftherapie weiß man schon längere Zeit, dass Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder -störungen auch charakteristische Mängel in ihrer Mikronährstoffversorgung aufweisen. Das kann daran liegen, dass bestimmte Enzyme – also Vermittler von biochemischen Prozesse im Körper – nicht gebildet werden. Es kann auch sein, dass die dafür notwendigen Nährstoffe nicht genügend aufgenommen werden können. Oder dass sie nicht in der Menge, die das Kind braucht, in der täglichen Nahrung vorliegen. Es können aber auch Empfindlichkeiten im Sinne einer subklinischen Nahrungsmittelallergie vorliegen. Weiterhin haben diese Kinder oftmals einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel und eine verminderte Kapazität zur Sulfoxidbildung (und damit eine geringere Entgiftungskapazität bes. bezogen auf Schwer­metallbelastungen).

Die richtige, das heißt die ausreichende Dosis essentieller (also lebensnotwendiger) kleins­ter Nährstoffe hat die gleiche oder noch bessere therapeutische Wirkung als die in der modernen Medizin angewendeten körperfremden Stoffe ( Xenobiotika). Diese Erkenntnis ist nun schon mindestens 40 Jahre alt, aber in die Köpfe der meisten „Normalmediziner” hat dieses Wissen noch wenig Eingang gefunden. Im Gegenteil: Ein konventioneller Medi­ziner hält Vitamine und Spurenelemente und andere Mikronährstoffe als Therapeutika bei Krankheiten oder als vorbeugende Mittel zur Erhaltung eines gesunden Lebens zusätzlich zu einer gesunden Ernährung nach wie vor für überflüssig. Ein fataler Irrtum. Tausende von wissenschaftlichen Studien belegen inzwischen den gesundheitlichen Vorteil, der mit solchen Mikronährstoffen in der Therapie – aber auch in der Vorbeugung von Krankheiten – erzielt werden kann.

Die Schule der Orthomolekularen Medizin ist der Ansicht, dass viele Beschwerden und Erkrankungen auf einen Mangel an diesen Stoffen zurückzuführen sind. Der Bedarf ist hierbei individuell unterschiedlich. Die wissenschaftliche Vorstellung ist, dass jeder Mensch einen individuelle Aktivität der Enzyme im Stoffwechsel besitzt und jeder Mensch unterschiedlich viele essentielle Nährstoffe benötigt. Der Mangel an einem essentiellen Nährstoff führt nach einer bestimmten Zeit zu Beschwerden, die nicht immer in unmittelbaren Zusammenhang mit dem fehlenden Nährstoff gebracht werden können.

Autismusbehandlung
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Kinder mit Autismus-­Spektrum-Störung  dürfen anders essen

Im folgenden greife ich allgemein einige häufig bei Kindern mitvorkommende Ergebnisse dieser Forschungen heraus.

Studien zur toxischen Belastung durch Umweltgifte zeigen eine signifikant hohe Belastung von autistischen Kindern und deren Familien besonders im Darmbereich, der Leber und dem Zentralnervensystem.
Quecksilber und Aluminium, von der Mutter schon diaplazentar (während der Schwangerschaft) übertragen, kommen durch Impfungen (vor allem in den USA) noch hinzu. Diese Belastung führt im Ergebnis zu einem nicht mehr normal funktionierenden „Neuroimmunoendokrinen System“.

Darminfektionen und Leberfunktionsstörungen sind oft vorhanden. Darmentzündungen sind im Vergleich zu normalen Kindern signifikant erhöht.

Veränderte Darmflora und erhöhte Darmpermeabilität (Durchlässigkeit, sog. „leaky gut“) mit allen Folgen sind häufige Begleiterscheinungen von Autismus. Die Folge sind häufig vielfältige Nährstoffmangelzustände, die u.a. die Autismus-Symptomatik verstärken können.

Dass Nahrungsproteine tatsächlich Auswirkungen auf das Gehirn haben, wird auch durch den Effekt auf das EEG bestätigt, wenn Kinder Nahrungsmittel bekom­men, die sie nicht vertragen. Auch die Schäden der weißen Hirnsubstanz, die im Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gefunden wurden, bestärken diese Sichtweise, um so mehr bei Autismus wo entzündliche Darmerkrankungen häufig sind.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei Autisten äußern sich oft nicht in den übli­chen allergischen Reaktionen, sondern in Verhaltens- und Konzentrationsstörun­gen. Daher ist eine Abklärung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten sinnvoll (z.B. Erdbee­ren, Zitrusfrüchte, Avocados, rote Paprika, Tomaten).

Viele Autisten weisen z. B. eine Gluten- und Kaseinunverträglichkeit auf. Eine entsprechende Ernährungsumstellung hat sich in etwa 80 % der Fälle als wirkungs­voll erwiesen. Sie darf nicht abrupt erfolgen, sondern schrittweise, beginnend mit dem Weglassen von Milch- und Milchprodukten bis hin zur Vermeidung von insbesondere Weizenprodukten. Die Ernährungsumstellung erfordert Geduld, da es bis zum endgültigen Verschwinden aller mit Gluten und Kasein zusammenhängenden Symptome mehrere Monate dauern kann.

Beim Neugeborenen und Säugling befinden sich das Nervensystem, das Immunsystem und das intestinale (Darm-) Schutzsystem noch in Entwicklung und ist daher bis zum Alter von zwei Jahren für Schädigungen äußerst empfindlich, weil in dieser Zeit eine höhere Neuro­nenbildung stattfindet.

Entzündungen im Gehirn sind ein eindeutiges Merkmal bei Autismus. Bestimmte Komponenten des Immunsystems, die Entzündungen begünstigen, sind bei Men­schen mit Autismus ständig aktiv, fanden Diana Vargas von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und ihre Kollegen heraus. Ihre Ergebnisse unterstützen die Theorie, dass Immunaktivitäten im Gehirn am Autismus beteiligt sind.

Dr. John B. Classen hat den statistischen Nachweis erbracht, dass die Zunahme der verabreich­ten Impfungen im Kindesalter mit der Zunahme von Diabetes und Autismus korre­liert. Er formuliert: Die Entzündungsbereitschaft des (kindlichen) Körpers nimmt mit jeder Impfung bei entsprechend prädisponierten Kindern zu. Dadurch wird eine allgemeine immunsystembelastende Situation geschaffen („immun overload“) Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für autoimmune Erkrankungen.

Auch der weltweit führende Forscher bezüglich Autoimmunerkrankungen, Prof. Dr. Yehuda Schoenfeld, stellt aktuell (2015) den Zusammenhang von in Impfungen enthaltenem Aluminiumverbindungen und der Zunahme von Autoimmunerkrankungen wissenschaftlich dar. Er benennt Personengruppen die dafür ein erhöhtes Risiko haben.

„Who might be at risk?“ It lists four categories of people: 1) those who have had a previous autoimmune reaction to a vaccine, 2) anyone with a medical history of autoimmunity, 3) patients with a history of allergic reactions, 4) anyone at high risk of developing autoimmune disease including anyone with a family history of autoimmunity, presence of autoantibodies which are detectable by blood tests and other factors including low vitamin D and smoking.

  1. Personen, bei denen es bereits zuvor zu einer Autoimmunreaktion nach einer Impfung gekommen ist
  2. Jeder, der auch sonst unter einer Autoimmunstörung leidet bzw. gelitten hat
  3. Patienten mit bekannten allergischen Reaktionen
  4.  Jeder, bei dem die erhöhte Gefahr einer Autoimmunreaktion besteht, z. B. bei Menschen, in deren Familie bereits Autoimmunleiden aufgetreten sind, das Vorhandensein von Autoantikörpern, das man durch eine Blutuntersuchung klären kann und weitere Faktoren wie niedrige Vitamin D-Spiegel und Rauchen

Niedriges Vitamin D!!

Der Durchschnitt in Deutschland liegt unter 16 ng/ml. Ein Wert zwischen 40 – 60ng/ml ist die wissenschaftlich fundierte Empfehlung. Selbst die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung – DGE“ stellt fest, dass 79% der Kinder in Deutschland unterversorgt sind. Das heißt, dass nur noch 21% unserer Kinder genügend und richtig mit Vitamin D versorgt sind! (Bei einem Grenzwert von 30. In Wirklichkeit sind es also noch viel weniger).

Nach Professor Schoenfeld gehören daher mindestens 80% unserer Kinder zu einer Risikogruppe, die auf in Impfungen enthaltene Aluminiumverbindungen mit einer Autoimmunerkrankung reagieren können!

Übergreifend wurde folgendes feststellen:

Viele Kinder (und übrigens auch Erwachsene) reagieren positiv auf eine Diät, die Milch und Getreideprodukte (glu­tenhaltige Nahrungsmittel – wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und alle Produkte daraus) vermeidet.

Zucker und Schokolade vermeiden hilft meistens (Zucker fördert die Fehlbesiedlung des Darms mit pathogenen Keimen und seine Entzündungsbereitschaft). Bei 430 Fällen autisti­scher Kinder berichteten 52% der Eltern, dass allein das Weglassen von Zucker und zuckerhaltigen Limonaden (Fruc­tose und alle anderen Zuckerformen) zu merklicher Verbesserung der Symptome führte.

Konservierungsmittel und Lebensmittelfarbstoffe sollten ebenfalls vermieden wer­den. Praktisch bedeutet dies, keine Fertigprodukte mehr zu verwenden

Empfehlenswert:

Faserreiche Ernährung mit reichliche Gemüse.

Gute Eiweißquellen: Fleisch, Fisch, Nüsse (Walnüsse!, Mandeln).
Der Heilpraktiker W. Ebert schreibt „Wir können nicht erwarten, dass sich das Verhalten von autistischen Patienten völlig normalisiert, aber mit Hilfe von Aminosäuren werden Autisten kontaktfreudiger, selbstständiger und damit werden sie in den Alltag eingegliedert.

Fett. Dünsten statt braten. Hochwertige kaltgepresste Öle erst am Schluss zufügen. Natives Kokosfett ist das beste Fett. Wenig einfach ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl), möglichst keine mehrfach ungesättigten Fettsäuren, da diese den oxidativen Stress erhöhen. Keine Margarine! Lieber Butter von Weidenrindern verwenden.

Oftmals wird eine Schwermetallbelastung nachgewiesen. Diese muss fachgerecht ausgeleitet werden

Dabei ist auf eine leberunterstützende Therapie zu achten.

Eine Darmsanierung ist meist sinnvoll (der Darmschleimhaut und der Darm­flora) um chronische Entzündungsherde auszuschalten und die Nährstoffaufnahme zu verbessern. Voraussetzung für die mögliche Wirkmöglichkeit einer orthomolekularen Behandlung des Autismus ist die Korrektur der intestinalen (Darm-) Störungen, damit die Aufnahme der therapeutisch eingesetzten Mikronährstoffe nicht behindert wird. Die Zufuhr von Glutamin als wesentlicher Aminosäure, Antioxidantien (Vitamin D, C, E usw.) und probiotischen Substanzen unterstützt die Heilungsprozesse der Darmschleimhaut und trägt zur Normalisierung des Darms bei.

Nach abgeschlossener Darmsanierung und Entschlackung Bestimmung des Status an Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Fettsäuren zur Ermittlung der erforderli­chen therapeutischen Supplementierung (Ergänzung).

Autistische Kinder weisen oft einen Kupferüberschuss auf. Auch das muss überprüft werden., genauer das Eisen – Kupferverhältnis und das Kupfer-Zink Verhältnis.

Unbedingt zu überprüfen ist auch eine eventuelle Kryptopyrrolurie (lesen Sie darüber auf der ADHS Seite). Dr. William J. Walsh benennt nach 40 000 Untersuchungen die Häufigkeit von Pyrrolüberschüssen bei Menschen mit Autismus mit 35%.

Wesentliche Mikronährstoffe sind u.a. Vitamin D, Zink, Magnesium, Vitamin C, Omega 3 Fettsäuren (!), Alpha-Liponsäure, Ubichinon (Q 10), Vitamin B6 und B12 usw.

Zum Beispiel ergaben Studien unter hoher Folsäure-Dosierung eine Verringerung von Verhaltensauffälligkeiten, besonders von Aggressivität und Hyperaktivität.

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren kann sowohl wirkungsvoll sein in Bezug auf die Behandlung entzündlicher Prozesse im Darm als auch in Bezug auf autistische Verhaltensweisen, da sie besonders für das Gehirn eine wesentliche Rolle spielen.

Unabhängig von der gezielten Auswahl spezifischer Supplemente zur Therapie empfehlen orthomolekular orientierte Ärzte die Substitution eines hochwertigen (!) komplexen Multi-Vitamin-Mineral-Produktes. Damit kann dem multiplen Nährstoffmangel von Autismus-Patienten abgeholfen und zugleich sichergestellt werden, dass dem Körper die erforderlichen Kofaktoren für die Verstoffwechselung der in der Therapie eingesetzten orthomolekularen Substanzen zur Verfügung stehen.

Lassen Sie sich beraten!

Übrigens: Haben Sie gesehen, dass ich Hausbesuche mache? Das kommt sicherlich Ihnen und vor allem Ihrem Kind entgegen, da es keine Irritationen durch eine fremde Umgebung gibt.

Nutzen Sie die Kontaktseite und vereinbaren ein Erstgespräch.

Hinweis
Auch wenn die orthomolekulare Therapie eine wissenschaftlich begründete Richtung ist, kann im Einzelfall keine Garantie für einen Therapierfolg gegeben werden. Einzelne Studien und Erfahrungsberichte geben lediglich einen Hinweis in eine mögliche Behandlungsrichtung.

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P.S.

Aktuelle Berichte aus den USA berichten über den möglichen positiven Einfluß hochdosierter Vitamin D Therapie auf Autismus-Spektum-Störungen (ASD).